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Geschrieben von: OF Diemitz   
Donnerstag, den 28. Juni 2007 um 15:27 Uhr
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Teil 2 – Chronik 1996 bis 2006
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Teil 2 – Chronik Freiwillige Feuerwehr Halle-Diemitz 1996 bis 2006

„Idealisten von der Alarmierung bis zum Einsatz“

Die Arbeit, Ausrüstung und die Geräte der Freiwilligen Feuerwehr Halle-Diemitz – Gedanken des Verfassers der Festschrift, Rita Bastian.

Über das Material, das ich aus vielen Jahren Feuerwehrgeschichte zusammengetragen und ausgewertet habe, wurde ich nachdenklich und fragte mich, ob es für die Groß- und Urgroßväter der heutigen Diemitzer Feuerwehrmänner und -frauen bei Einsätzen wohl schwieriger war als für uns, ihre Enkel und Urgroßenkel heute?Vorführung Apoldaer Straße

Damals...

Drehleiter

... bereits gab es die Bereitschaft und den Zwang sich dem Feuer zur Wehr zu setzen, und zwar schon wesentlich länger, als jene menschliche Errungenschaft, selbst ein Feuer zu entfachen. Ein Feuer zu erzeugen gelang wahrscheinlich irgendwann in der Jungsteinzeit vor ca. 150.000 Jahren. Von der ersten Nutzung eines „gezähmten Feuers“ bis zu dem Zeitpunkt, dass es Steinzeitmenschen gelang, eigenständig ein Feuer zu erzeugen, vergingen weitere Jahrtausende. Somit hatte der Frühmensch also einen ersten, aber großen Schritt zum denkenden und zweckmäßig handelnden Menschen getan.

... wurde alarmiert, indem ein Mann mit dem Signalhorn durch das Dorf geschickt wurde bzw. mit den Kirchenglocken. Auch damals sind es freiwillige Helfer gewesen, wie Handwerker, Gewerbetreibende und Bauern, die zu jener Zeit Hilfe geleistet haben. Die Mittel zur Brandbekämpfung waren primitiv. Beschaffung bzw. Anschaffung von notwendigen Löschgeräten, die einst vorrangig aus Ledereimern, Äxten, Spaten, Gabeln und Leinen bestand, wurden Geldbeträge eingesammelt.

Gleichfalls wichtige Brandutensilien waren Feuerleiter und Feuerhaken. Bis zur Entwicklung der ersten Handspritze gab es nur den Kübel, der von Mann zu Mann, vom Dorfteich zur Brandstätte gereicht wurde. Die Ausrüstung und Bekleidung musste von jedem Mitglied selbst beschafft werden. Die Bauern hatten außerdem noch die sogenannten Vorspanndienste zu leisten. Das heißt, sie mussten ihre Pferde für Gerätekarren oder Handdruckspritzen zur Verfügung stellen. Allmählich gaben sich die Menschen Gesetze.

Im Bereich des Feuerschutzes hatten sie ihre Aufgabe nicht allein darin, bei Feuersbrünsten regulierend einzugreifen, sondern auch dem Feuerschutz vorbeugend zu dienen. 

Damals - Hakenleitersteigen

 Damals - Stammtisch


Heute...

Wenderohreinsatz des TLF... wird die Freiwillige Feuerwehr Halle-Diemitz über Funk alarmiert. Je nach Einsatzart können wir beispielsweise mit unserem Tanklöschfahrzeug (TLF 16 W50), was einen Löschwasserbehälter von 2.500 lt. verfügt, mit einer Nennförderleistung von 1.600 lt./min. dem Feuer an der Einsatzstelle zu Leibe rücken. Ferner verfügen wir auf diesem Fahrzeug über einen 500 lt. großen Schaummittelbehälter, der ebenfalls sofort zur Nutzung verfügbar ist. Für ganz heiße Einsätze haben wir Hitzeschutzanzüge an Bord. Und für Einsätze mit viel Wasser führen wir Gummistiefel, Wathosen und diverse Pumpen mit.

Auf unserem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6, Mercedes), haben wir ebenfalls einen Löschwasserbehälter, allerdings hier nur mit 600 lt. Wasser und einer Nennförderleistung von 800 lt./min. Mit der 50-Meter-Schnellangriffsvorrichtung können wir umgehend mit Wasser an der Einsatzstelle sein. Außerdem haben wir auf diesem Fahrzeug Geräte zum Ausleuchten der Einsatzstelle, wie Beleuchtungssatz und Stromerzeuger, Trennschleifer, Kettensäge mit dem dazugehörigen Schutzmitteln, Sicherungs- und Absperrmaterialen und natürlich die komplette Ausrüstung zur Brandbekämpfung dabei.

Über das Material, das ich aus vielen Jahren Feuerwehrgeschichte zusammengetragen und ausgewertet habe, wurde ich nachdenklich und fragte mich, ob es für die Groß- und Urgroßväter der heutigen Diemitzer Feuerwehrmänner und -frauen bei Einsätzen wohl schwieriger war als für uns, ihre Enkel und Urgroßenkel heute?

Schließlich sei noch unser ABC-Erkundungsfahrzeug (ABC-ErKw, Fiat) erwähnt, der alle Instrumente, Messgeräte und Schutzbekleidung beinhaltet, die zum messen, spüren und melden von chemischer und radioaktiver Kontamination notwendig ist. Das Fahrzeug kommt bei atomaren, biologischen und chemischen Schadenslagen zum Einsatz.

Übung mit CSAAuch unsere Kameradinnen stehen „ihren Mann“. Egal, ob zu Katastropheneinsätzen oder zur Brandbekämpfung, die Wahrnehmung der gestellten Aufgaben ist unterschiedlich. Ich möchte hier doch einmal die Gelegenheit nutzen, allen unseren Kameradinnen Hochachtung und Anerkennung aussprechen, die sich jeder Zeit und uneigennützig in den Dienst der Feuerwehr gestellt haben.

Es gibt keinen Verein, bei dem Zusammenhalt so groß geschrieben wird, wie bei der Feuerwehr. Hier muss sich jeder auf jeden verlassen können. „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“, so stellte Pfarrer Siegfried Neher bei der Fahnenweihe im September 1997 ganz trefflich fest. Unsere Feuerwehrmänner und –frauen leben etwas vor, was unsere Gesellschaft dringend braucht. Sie leben etwas vor, was von staatlicher Seite niemals zu leisten und zu bezahlen wäre: Ehrenamtliches Engagement! „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“, das ist der Leitspruch aller Feuerwehren. So steht es auch auf der Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Halle-Diemitz.

In diesem Sinne wünsche ich alles Gute, Gesundheit und Erfolg bei der Bewältigung der vielfältigen und fast immer auch gefahrvollen Aufgaben, sowie tolle Festtage, damit uns dieses nicht alltägliche Jubiläum in guter Erinnerung bleibt.

Rita Bastian
Freiwillige Feuerwehr Halle-Diemitz

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Juli 2007 um 10:46 Uhr
 
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